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Als Christ im Berufsleben nachhaltig Überzeugung leben

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Als Christ im Berufsleben nachhaltig Überzeugung leben

Christen haben eine prägende Lebensüberzeugung: Gott, Jesus Christus und der Heilige Geist. Ein Leben vor und ein Leben nach dem Tod. Ersteres wird bewusst auf Gott und seine Gebote ausgerichtet. Vision und Überzeugung werden spür- und sichtbar. In welcher Form ist diese christliche Überzeugung im Lebens- und Berufsalltag spürbar? Wird sie das überhaupt und wenn ja, wie stark? Liebe, gewinnbringende Beziehungen und andere Werte bleiben oft im Berufsstress auf der Strecke, so denken wir. Umstände und Mitmenschen müssten sich halt ändern, aber eben… In Coachinggesprächen wird dies nicht selten zum Thema gemacht. Sein Umfeld verändern, das geht nicht (so einfach). Also muss man den zweitbesten Weg wählen. Und bei sich selbst ansetzen …

Als Christ im Berufsleben nachhaltig Überzeugung leben
Als Christ im Berufsleben nachhaltig Überzeugung leben

Beziehungen haben Auswirkungen

Wer sich bewusst für ein Leben mit Gott entscheidet, dessen Ausrichtung, dessen Lebensinhalt verändert sich. Liebesbeziehungen haben sichtbare Auswirkungen auf die Art und Weise, wie man sein Leben gestaltet. Was uns wichtig und lieb ist, das prägt uns. In welcher Form man diese einzigartige Beziehung zu Gott pflegt, ist eine persönliche Angelegenheit. Jeder so, wie er kann und will. Auf individuelle Art und Weise. Was könnte das für den Berufsalltag bedeuten?

Sensibilisierung und andere Sichtweisen

Was könnte sich durch diese christlich geprägte Beziehung ändern? Zum Beispiel, statt bei Mobbing mitzuhelfen, pauschale Annahme leben. Statt Kritik zu äussern, Fokussierung auf Stärken betonen. Statt Rückzug zu leben, Teamplayer mit Empathie werden. Statt Unterschiede zu betonen, Gleichwertigkeit gegenüber allen Menschen leben. Die Liste klingt sehr positiv und kann beliebig weitergeführt werden. Es gibt auch ein anderes Verhalten. Eines das von Angst geprägt ist.

Gute Welt, böse Welt – ich bestimme meinen Beitrag

In der Bibel gibt es genügend Textstellen, die, je nach Auslegung, die Möglichkeit zum inneren Rückzug bieten. Gute Welt – böse Welt. Schwarz oder weiss. Es gibt nur entweder oder. Und danach orientieren wir uns … Vielleicht, weil es einfacher ist? Weil so die Verantwortung etwas abgeschoben werden kann? Weil so genügend Gründe gefunden werden, sich nicht aktiv in die «böse» Gesellschaft einbringen zu müssen? Und man sich so einer gewissen, vielleicht sogar berechtigten Hinterfragung nicht stellen muss? Entscheidend ist letztendlich, wie wir selbst das Leben sehen (wollen). Immer nur den Medien oder grundsätzlich allen anderen die Schuld zu geben, weil Christsein nicht nach den eigenen Vorstellungen gelebt werden kann, genügt nicht. Wo wir uns nicht einbringen, können wir auch nicht beurteilen, wie andere reagieren. Vielleicht müssten wir unsere eigenen Sichtweisen etwas anpassen?

Vertrauensaufbau steht im Vordergrund

Was gewinnen wir langfristig mit einem inneren Rückzug und was als Teamplayer? Auch als Teamplayer muss man nicht alles mitmachen. Insbesondere in Bezug auf Mobbing oder Ausgrenzung von Mitarbeitern. Als Christ im Berufsleben stehen bedeutet, nachhaltig Vertrauen aufzubauen. Das erfordert ein gewisses Gespür und viel Geduld. Niemand im Team wird vor Freude jubilieren, wenn einer plötzlich demonstrativ vor dem Mittagessen betet. Im Buch «Ab auf die Couch» vom Autor, Einzel- und Paarberater Michael Mary, beschreibt dieser die Aufgabe eines Psychotherapeuten so, dass er Sichtweisen beim Klienten ändert. Er tut das, indem er neben die Sichtweise des Klienten seine eigene platziert. Mit dem Ziel, ein gewisses Mass an (gewinnbringender) Irritation beim Ratsuchenden auszulösen. Die Qualität der Beziehung zwischen Klient und Psychotherapeut ist dabei entscheidend, um eine glückende Begleitung zur ermöglichen. Diese Beziehung bestimmt das mögliche Mass der Irritation.

Salzen und trotzdem andere Meinungen respektieren

Vielleicht kann man es auch so sehen: Dieses bewusste Irritieren verbinde ich mit dem im christlichen Jargon oft verwendeten Begriff «Salz sein». Das gewisse Etwas. Anders denken. Sich anders verhalten. Dazu braucht es einen Schritt-für-Schritt Vertrauensaufbau. Die Frageform ermöglicht es dem Mitmenschen, sich selbst zu entscheiden. Seine Meinung wird respektiert und doch bekommt er Impulse, seine Sichtweisen zu überdenken. Die hier beschriebene Form ist eine Möglichkeit, wie man als Christ seine Überzeugung glaubwürdig einbringen kann. Sie mag unspektakulär scheinen, geschieht im Hintergrund, bringt jedoch keine Verlierer hervor. Und trotzdem: Derjenige, der sich öffentlich und spektakulär zum Glauben bekennt, wird als Held gefeiert. «Es bräuchte mehr Glaubenshelden» höre ich immer wieder. Wirklich? Unerreichbare Ziele lähmen beträchtlich …

Kurzfristig oder langfristig denken

Klar: Starke öffentliche Provokation hat Folgen und fällt, im ersten Augenblick zumindest, auf. Sie hat mehr Zuhörer und löst spürbar Reaktionen aus. Zumindest kurzfristig. Vordergründig. Christen, die mit praxisfremden, provozierenden Predigten und Verhalten Mitarbeiter vor den Kopf stossen, haben so vielleicht «klar Zeugnis abgelegt». Die Gefahr ist gross, dass bei den Mitmenschen vieles kaputt gemacht wird. Statt Nähe zu schaffen und Vertrauen aufzubauen, besteht die Gefahr, dass zwischenmenschliche Distanz ausgelöst oder vergrössert wird. Es ist das Leben, das Verhalten und das Image von Christen, das letztendlich von anderen interpretiert und beurteilt und auf Gott übertragen wird. Ist er freundschaftlich? Sucht er die Beziehung zu andern? Sind sie ihm wichtig, oder verurteilt er nur? Ist er immer abwesend? Lässt er andere Meinungen gelten?

Geduld und Gleichwertigkeit

Als Christen begegnen uns im Berufsleben immer wieder Menschen. Menschen, die wir mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort, mit Wertschätzung ermutigen können. Die uns vertrauen. Oder nicht. Ob jemand mit der Zeit ebenfalls zum Glauben findet, ist ganz klar eine freie Entscheidung. Es soll und darf nicht so sein, dass Bekehrungen das Hauptziel sind. Freier Wille sieht anders aus! Ob und wie Irritation / Salz wirken, liegt nicht in unserer Hand. Fact ist: Auch wenn wir nichts sehen, haben wir doch etwas ausgelöst. Wachstum geschieht oft im Verborgenen.

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By |29.06.2015|Categories: Aktuelle Themen|Tags: , , |0 Comments

About the Author:

Andreas
Andreas Räber ist Geschäftsführer von der räber marketing & internet gmbh in Bäretswil. Mitglied der Landskirche Bäretswil, langjähriger Mitarbeiter von ERF-Medien in Pfäffikon ZH und zertifizierter GPI®-Coach / GPI® –Team-Coach.

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